Erfahrungsbericht – Medizinstudium ohne NC in Plovdiv (Bulgarien)


Wir können gut nachvollziehen, dass eine Entscheidung für ein Studium im Ausland mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden ist. Deshalb lassen wir in diesem Blogbeitrag jemanden sprechen, der sich sehr gut damit auskennt – Haris kam 2014 für sein Medizinstudium ohne NC von Hamburg nach Plovdiv (Bulgarien). Das ist seine Geschichte:

„Hi!

Ich bin Haris, 24 Jahre alt und studiere Medizin an der Medizinischen Universität in Plovdiv in Bulgarien. Damals, nach meinem Abitur gingen mir dieselben Fragen durch den Kopf wie bei vielen Anderen, die vorhaben Medizin zu studieren:

  • Was mache ich, wenn ich keinen Platz in Deutschland bekomme?
  • Lohnt es sich zu warten und jedes Jahr aufs Neue hoffen?
  • Wenn ins Ausland, wohin?
  • Wie wird das Leben dort sein?
  • Wie ist die fachliche Kompetenz der Universität?
  • Habe ich keinen Nachteil zu denen, die in Deutschland studieren?

Um es auf den Punkt zu bringen – es war die schwerste, aber zugleich auch die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können.

Im Sommer 2014 fing ich an der Medizinischen Universität in Plovdiv an, Medizin zu studieren. Wie ich auf Plovdiv bzw. Bulgarien kam, war recht zufällig. Ich hatte weder Freunde, noch Familie hier. Die Stadt war sehr fremd für mich aber dennoch hatte ich beschlossen herzukommen und die Herausforderung anzunehmen. Der ausschlaggebende Grund nach mehreren Recherchen war die Vielfältigkeit der Studentenstadt. Es war mir wichtig, mich irgendwo zu befinden, wo ich nicht das Gefühl habe, von der Aussenwelt isoliert  zu sein. Auch das Leben außerhalb der Universität sollte interessant ist.

Die Stadt ist sehr klein und kompakt und gibt in erster Hinsicht die besten Voraussetzungen zum Studieren. Aber auch das Ausgehen ist sehr einfach zu gestalten und lockt sehr viele junge Menschen an. Es gibt sehr viele Bars oder Clubs, in der sich viele Studenten an Wochenenden treffen, um gemeinsam die erfolgreiche Woche ausklingen zu lassen.

Bei mir ging damals alles recht schnell und ich habe mich schnell eingelebt, sodass ich wenige Schwierigkeiten hatte. Das erste Hindernis ist selbstverständlich die Sprache. Die Universität bietet in den ersten zwei Jahren Bulgarisch-Unterricht an und trägt damit einen großen Anteil bei, sich letztendlich einzuleben und wohl zu fühlen. Abgesehen davon sprechen immer mehr Einwohner Englisch, damit wird eine weitere Tür geöffnet und die Kommunikation erleichtert.

Auch die Lernpläne des Medizinstudiums in Plovdiv (Bulgaren) sind optimal aufgestellt, sodass man nicht überfordert ist, auch wenn es viel klingt.

Natürlich gibt es Prüfungsphasen, in denen von einem viel verlangt wird, aber das gehört zu jedem Medizinstudium, egal wo man studiert.

Lernpläne sind in ‚practicals‘ (Gruppenarbeit) und ‚lectures‘ (Vorlesungen) geteilt. So hat man die Möglichkeit Themen, die in den Vorlesungen besprochen werden, in den Gruppenarbeiten zu vertiefen und offene Fragen zu klären. Ein Alltag besteht meist aus ‚practicals‘ und ‚lectures‘, um es nicht zu monoton zu gestalten. Nach dem Uni-Alltag bleibt dennoch jede Menge Zeit über, um Hobbys zu folgen oder noch etwas zu lernen.

Dafür stehen drei Bibliotheken zur Verfügung, eine davon 24 Stunden geöffnet, falls Nachtschichten notwendig sind.

Außerhalb der Medizinischen Universität gibt es auch viele Möglichkeiten. Viele Cafés, Restaurants, Bars und auch Shopping-Centers sind 7-Tage/Woche geöffnet und bieten exzellente Möglichkeiten, um abzuschalten.

Ich bin selber ein sehr aktiver Mensch und versuche ausserhalb der Uni viel zu schaffen, sei es mit Freunden treffen, Fussball spielen oder zum Fitness gehen.

Preislich ist die Stadt im Vergleich zu Deutschland sehr günstig.

Ein Durchschnittsstudent gibt normalerweise 450 – 600 Euro inkl. Miete im Monat aus. Natürlich erhöht sich dieser Betrag, wenn man das Kochen nicht erlernt hat und jeden Tag – jede Mahlzeit – draußen isst.

Aus Deutschland stammende Studenten haben die Möglichkeit das Bafög zu beantragen. Dies deckt häufig alle Kosten, die man hier hat (abgesehen von den Studiengebühren). Es gibt Studenten, die nicht die Möglichkeit haben, diesen Betrag zu zahlen. Dafür gibt es ein paar Banken, die Kredite an Studenten mit gutem Zinssatz vergeben. Die Bedingungen könnten man jedoch nicht verallgemeinern. Jede Bank hat andere Richtlinien und man müsse sich im Vorfeld darüber informieren.

Zusammengefasst bin ich über meine Entscheidung und auch mit der Qualität der Medizinischen Universität Plovdiv in Bulgarien sehr zufrieden. Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen!“

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